LightOn: Souveräne KI für Firmendokumente aus Paris
Viele Unternehmen wollen KI auf ihre eigenen Verträge, Akten und Handbücher anwenden, ohne die Daten aus der Hand zu geben. Genau hier setzt LightOn aus Paris an. Die Plattform, lange unter dem Namen Paradigm vermarktet, liest Dokumente ein, macht sie durchsuchbar und beantwortet Fragen mit Quellenangabe. Für Entwickler gibt es eine dokumentierte API.
Souveräne GenAI-Plattform für Dokumentensuche und Wissensarbeit
Seit November 2024 an der Euronext Growth Paris notiert; laut Halbjahresbericht 2026 reicht die Liquidität bis Ende 2026, Gespräche über eine Anschlussfinanzierung laufen
- LandFrankreich
- SitzParis
- Gegründet2016
- Schnittstelleja, öffentlich dokumentiert
Was LightOn macht
LightOn begann 2016 mit Forschung an optischen Rechenchips und wandte sich ab 2020 der generativen KI zu. Im November 2024 ging das Unternehmen an die Euronext Growth in Paris. Euronext bezeichnete LightOn damals als erstes reines GenAI-Unternehmen an einer europäischen Börse.
Das Kernprodukt ist eine Plattform für Unternehmenswissen, die beim Kunden selbst oder in einer souveränen Cloud läuft. In Geschäftsberichten heißt sie weiterhin Paradigm, auf der Website gliedert LightOn das Angebot inzwischen in LightOn Core und LightOn Apps. Für die Sprachverarbeitung bindet Core wahlweise Modelle von Anthropic, Mistral oder OpenAI an.
Wirtschaftlich ist LightOn klein: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Umsatz bei 1,1 Millionen Euro. Laut Unternehmen bremsen knappe GPU-Kapazitäten und verschobene Kundenprojekte das Wachstum. Die Liquidität reicht nach eigener Angabe bis Ende 2026, über eine Anschlussfinanzierung wird verhandelt.
Die Produkte im Überblick
Das Angebot besteht laut Website aus drei Bausteinen:
- LightOn Core. Liest PDFs, Scans, E-Mails und Tabellen ein, extrahiert Fakten wie Daten, Namen, Beträge und Klauseln und beantwortet Fragen mit Quelle bis auf Seitenebene. Bestehende Zugriffsrechte und Single Sign-on werden übernommen.
- LightOn Apps. Fremdsystem für Fachanwendungen auf Basis von Core, etwa Vertragsfragen, Lieferantenhistorie oder Fallzusammenfassungen, mit Budgets und Nutzungsauswertung pro Team.
- Entwicklerzugang. REST-API, Python- und TypeScript-SDK sowie ein MCP-Server, über den KI-Werkzeuge die eigenen Dokumente durchsuchen.
- LightOnOCR-3. Eigenes Modell zur Dokumentenerkennung, das LightOn als sein genauestes Modell für Dokumentenverständnis bezeichnet.
Für wen das Angebot gedacht ist
LightOn zielt auf Unternehmen und öffentliche Stellen mit großen Dokumentenbeständen und hohen Anforderungen an Datenhoheit: Kanzleien, Versicherer, Banken, Industrie und Verwaltung. Ein Vorteil ist der europäische Sitz und der Betrieb ohne Datenabfluss in US-Clouds. Bei der Auswahl sollte man die finanzielle Lage des Anbieters im Blick behalten.
Die Schnittstelle
LightOn bietet eine REST-API mit OpenAPI-Beschreibung, SDKs für Python und TypeScript und einen MCP-Server, Authentifizierung per API-Schlüssel. Den Zugang gibt es über eine Anfrage bei LightOn, die Website nennt dafür einen 15-tägigen Testzugang. Zur Dokumentation
Was wir mit LightOn für Sie bauen
Wenn Sie LightOn nutzen oder einführen wollen, binden wir die API an Ihre bestehenden Systeme an. So landen Antworten aus Ihren Dokumenten dort, wo Ihr Team ohnehin arbeitet.
- Automatischer Import neuer Verträge und Schriftstücke aus Ihrem Dateiserver oder DMS in LightOn
- Strukturierte Auszüge aus Rechnungen und Lieferscheinen, die direkt in Ihre Warenwirtschaft übernommen werden
- Ein interner Such-Assistent für Mandats- oder Projektakten, eingebunden in Ihr Intranet
- Workflows, die Fristen und Klauseln aus neuen Dokumenten erkennen und an die zuständige Person melden
Mehr dazu: KI für Kanzleien, KI-Automatisierung, Firmen-KI statt ChatGPT-Chaos
Quellen
- LightOn, Entwicklerseite
- LightOn, Produktseite LightOn Core
- Euronext, Pressemitteilung zum Börsengang (November 2024)
- Fortuneo/Zonebourse, Halbjahreszahlen 2026
Stand der Angaben: 19. Oktober 2026. Die Netzhandwerker sind kein Partner der genannten Firmen. Produkt- und Firmennamen gehören den jeweiligen Inhabern, Logos dienen nur der Kennzeichnung.